Interview mit Barf-Alarm.de Gründerin Julia Reinarz

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Julia beim Haustierradio – Audiointerview

Julia beim Haustierradio – Textinterview

Wer steht eigentlich konkret hinter dem Barf-Onlineshop und dem dazugehörigen Blog Barf-Alarm.de?

Diese Frage wurde uns schon des öfteren gestellt. Aus diesem Grund hat sich die Gründerin Julia Reinarz einen Vormittag Zeit genommen um alle Fragen rund um sich selbst und Barf-Alarm.de zu beantworten.

 

Julia, gemeinsam mit Fabian züchtest Du Dobermänner und bist von der ersten Sekunde an selber leidenschaftliche Barferin. Das heißt, dass Du Deine Hunde noch nie mit Trocken bzw. Nassfutter gefüttert hast. Barf stand von Anfang an auf Deinem Plan. Wie bist Du dazu gekommen oder was hat Dich dazu bewegt?

Das ist eine gute Frage. Schon vor der Anschaffung des ersten Hundes, habe ich mich bewusst mit dem Thema Ernährung auseinander gesetzt. Für mich stand fest, es kommt kein Trockenfutter oder sonst ein industriell hergestelltes Futter in den Napf. Ich vergleiche es immer gerne mit Fastfood bei Menschen, nur dass Hunde sich nicht aussuchen können, was sie zu essen bekommen. Also bin ich als Besitzerin dafür verantwortlich, meine Hunden von der Geburt an, gesund und ausgewogenen zu ernähren.   

Du hast erwähnt, dass Du damals nur mit viel Mühe an Fachliteratur zum Thema Barf gekommen bist. Welche Schwierigkeiten haben sich am Anfang während des Barfen für Dich ergeben?

Die größte Schwierigkeit bestand und besteht auch heute noch darin – Bezugsquellen zu finden, die unserem Anspruch gerecht werden. An sich gibt es sonst keine Schwierigkeiten beim Barfen. Natürlich gibt es viele Kritiker, die sich zumeist jedoch nie wirklich mit dem Thema intensiv beschäftigt haben, leider zählen hierzu auch viele Tierärzte.
Auch hört man häufig das Argument, barfen sei zu zeitaufwendig und es ist ja viel einfacher, nur die Dose zu öffnen oder einen Becher Trockenfutter in den Napf zu kippen.
Ich persönlich koche sehr gerne und so macht mir auch die Futterzubereitung für die Hunde Spaß. Ich sehe das nicht als lästig oder zeitraubend an, im Gegenteil ich freue mich einfach jedes Mal aufs neue darüber, wenn die Hunde etwas leckeres im Napf haben. 

Im Internet findet man schon einige Barf-Online-Shops, was hat Dir gefehlt, dass Du Deinen eigenen Barf-Shop eröffnet hast?

Zunächst sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich Vegetariern bin. Warum? Meiner Meinung nach brauchen Menschen nicht lebensnotwendig Fleisch, aber Hunde definitiv. In den meisten Online-Shops ist Fleisch aus Massentierhaltung zu finden, was in meinen Augen legale Tierquälerei ist und das lehne ich zu 100% ab ! Auch in BARF Shops um die Ecke wurde ich nicht fündig und so stand schnell fest, ich muss mich auf die Suche nach eigenen Quellen machen.
Ich habe viele Bauernhöfe besucht, die zum Teil erschreckende Bilder zeigten aber einige, kleine Höfe gesehen, die meinem Idealbild von Tierhaltung entsprachen. Von dort beziehe ich das Fleisch für unsere Dobis schon viele viele Jahre und bin immer von der Qualität begeistert. Mit dem Wissen, das die Tiere ganzjährig, in vollständiger Herde, damit meine ich Bulle, Kühe mit ihren Kälbern auf der Weide stehen und vor Ort ohne stressigen Transport und Gewalt im Schlachthaus sterben, kann ich guten Gewissens meine Hunde füttern.
In den letzten 2-3 Jahren hat das Barfen immer mehr Anhänger gefunden.Aber auch immer mehr Menschen lehnen die Massentierhaltung ab und sind auf der Suche nach Fleisch aus artgerechter Tierhaltung.
Also habe ich mir gedacht, dass ich sicherlich nicht die einzige bin, die diese Philosophie lebt und nach langer Erfahrung und Kontakten zu diversen Bauern, habe ich mich dazu entschlossen einen Online-Shop zu gründen. 

Du hast erwähnt, dass Du damals selber zu den Bauernhöfen gefahren bist um das Fleisch für Deine Hunde zu besorgen. Wie kommst Du heute an das Fleisch für den Online Shop?

Zum Spezialartikel:   Barf im Urlaub - Wir haben die Tipps für Barfer unterwegs

Jeder der mich kennt weiß, dass ich Aufgaben ungerne abgebe. So sieht es auch bei der Fleisch Besorgung für den Online-Shop aus. Ich fahre selber zu den von mir ausgewählten Höfen. Hier ist für mich der persönliche Kontakt zum Bauern sehr wichtig, es wird gern erzählt und man schaut die neu geborenen Kälbchen an etc. Ich muss mich selber davon überzeugen, dass die Tiere zu 100% nach meinen Vorstellungen gehalten werden. Ich pflege das Verhältnis sehr stark, da es ein Nischenmarkt ist und man nur mit persönlicher An- und Absprache weiterkommt.

Okay, das hört sich nach viel Arbeit und Aufwand an! Wie sieht es mit der Verpackung und der Zulieferung aus? Machst Du das auch selber?

Auch das liegt alles auf meiner To-Do-Liste! Wir sind noch klein und ich möchte, dass die Pakte und Produkte gewissenhaft und mit ganz viel Liebe beim Kunden ankommen. Aus diesem Grund mache ich diese Arbeit gerne alleine. Natürlich ist das viel Arbeit und Zeit, die man in diese Aufgaben steckt, aber ich freue mich auch jedes Mal aufs neue, wenn Kunden mir schreiben oder mich anrufen und sich für das Paket bedanken. Das macht mich glücklich und erfüllt mich! Dann hat sich dieser Aufwand auf jeden Fall gelohnt! 

Zum Abschluss: Heutzutage hat man viele Möglichkeiten, sich über das Thema Barf zu informieren. Doch welche 5 Tipps würdest Du Hundebesitzern geben, die auch anfangen wollen zu barfen?

  1. Unser Barf-Ratgeber 🙂 unter www.barf-alarm.de/barf-ratgeber/
  2. Viel hilft nicht immer Viel, in Hinblick auf Zusätze etc. 
  3. Nicht zuviel in Facebook Gruppen lesen, sonst wird man verrückt 🙂 
  4. Bei Einsteigern eine Ernährungsberaterin hinzuziehen
  5. Cool bleiben, wenn der Tierarzt das Barfen verurteilt


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About Author

Juliane

Filou und ich sind seit mehr als 7 Jahren ein Team. Von klein auf hatte ich, Jule, immer einen vierbeinigen Freund an meiner Seite. Klar, dass ich mir ein Leben ohne Hund nicht mehr vorstellen kann. Filou ist ein Border Collie Mix, der durch eine Tierhilfsorganisation mit ca. 7 Monaten von Kroatien nach Deutschland kam und seitdem ein Teil meiner Familie ist. Gemeinsam lieben wir es zu joggen, im Wald zu spazieren oder einfach zu kuscheln.