Was heißt BARF und welche Vorteile bietet diese Art von Ernährung für den Hund?

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Man hört es auf der Hundewiese oder in der Welpenschule, liest davon in Fachzeitschriften oder im Internet und seit einigen Jahren hat sich ein regelrechter Hype entwickelt: das BARFen. Aber was versteht man eigentlich darunter? Warum fangen immer mehr Menschen an über die Ernährung ihres Hundes nachzudenken? Welche Vorteile hat diese Art der Ernährung ?

Wir erklären, was man unter BARF versteht und welche Vorteile diese Ernährung bietet.

BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für den Hund 

Ursprünglich kommt der Begriff „BARF“ aus dem Englischen und wird dort als Abkürzung für „Bones and raw foods“ (Knochen und rohes Futter) verwendet. Swanie Simon, eine der führenden Autorinnen zum Thema BARF in Deutschland, übersetzte den Begriff frei als „biologisch artgerechtes rohes Futter“ ins Deutsche.

Die konkrete Gestaltung von BARF unterscheidet sich in Kleinigkeiten je nach Autor. Eines haben aber alle gemeinsam, der zentrale Punkt ist, dass das Futter des Hundes vom Besitzer aus frischen Zutaten individuell für den Hund zusammengestellt und roh gefüttert wird. Die Zusammensetzung des Futters orientiert sich dabei stets an der Ernährung des Wolfes, dem Vorfahren unserer Haushunde. Daher wird bei der Zusammenstellung einer Ration versucht, ein Beutetier möglichst gut zu imitieren. Das heißt, dass alle Bestandteile eines Tieres verfüttert werden (Muskelfleisch, Innereien, Fett, Knochen,…) und meistens auch in größeren Stücken gereicht werden. Hinzu kommen dann noch pürierte Obst- und Gemüseanteile, die den Mageninhalt des Beutetieres abdecken sollen.

Warum „barfen“ immer mehr Menschen ihre Hunde?

Eine immer größer werdende Zahl an Hundebesitzern erkennt, dass eine natürliche Ernährung deutliche Vorteile gegenüber einer Ernährung aus Fertigprodukten hat und auch Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht und Diabetes vorbeugen kann.

Diese Erkrankungen, sowie Allergien und Unverträglichkeiten treten heutzutage auch vermehrt bei unseren Haushunden auf, weshalb viele Besitzer nach Wegen suchen, um ihre Hunde artgerechter zu halten und ihnen ein langes, gesundes Leben zu ermöglichen.

Der Hund stammt vom Wolf ab und gehört folglich zur Gattung der Fleischfresser (Karnivore). Erkennbar ist dies z.B. am Gebiss, welches mit seinen kräftigen Eck- und Backenzähnen auf das Knacken von Knochen ausgelegt ist, und der stark sauren Magensäure, die ideal zur Zersetzung von Fleisch und tierischen Bestandteilen geeignet ist.

Wer sich nun mit dem Thema artgerechte Ernährung und Haltung des Hundes beschäftigt, kommt am BARFen nicht vorbei – hier findet ihr eine Liste der wichtigsten Vorteile (abgesehen davon, dass es der natürlichen Form der Nahrungsaufnahme des Hundes am nächsten kommt):

Keine Konservierungsstoffe, Füllstoffe oder Geschmacksverstärker

Ja, tatsächlich sind nicht nur in unseren Kartoffelchips die gemeinen Geschmacksverstärker, die uns die ganze Tüte auffuttern lassen, sondern auch in einigen Fertigfuttersorten. Kein Wunder, dass Hunde darauf wie süchtig reagieren! Konservierungsstoffe sind zudem häufige Auslöser von Allergien.

Der Halter weiß am Besten was der Hund verträgt und kann darauf gezielt eingehen

Das ist ein Punkt, welcher insbesondere für Besitzer von allergischen Hunden interessant ist. Und diese werden momentan eher mehr als weniger. Wer weiß, was der Hund verträgt, kann damit das Risiko für allergische Symptome nach dem Fressen drastisch reduzieren (und spart im Endeffekt auch Kosten da die hypo-/allergene Nahrung sehr teuer ist).

 

 

Kaum „Hundegeruch“

Wer einen Hund hat, wird sich an dessen Geruch nicht stören? Ja und nein. Ein gewisser Geruch wenn der Hund beispielsweise nass ist oder im Dreck gewühlt hat, ist normal. Ein intensiver, an Wohnung und Klamotten haftender, „Hundegeruch“ ist es nicht und kommt häufig durch die Fütterung. Viele Hundebesitzer sind sehr überrascht, wie angenehm ihr Vierbeiner plötzlich riecht, nachdem sie auf artgerechte Rohfütterung umgestellt haben.

Zum Spezialartikel:   Knochenkot beim Barf - Wie kann man dem Hund helfen?

Wesentlich kleinere Kotmengen des Hundes 

Das ist natürlich erst einmal ein Vorteil für uns tütchenschleppende Hundebesitzer, aber eine kleinere Kotmenge bedeutet auch, dass ein Großteil dessen, was der Hund zu sich genommen hat, auch wirklich verwertet wurde (denn hinten raus kommt nur das, was nicht gebraucht wird). Das Argument dass die großen Kotmengen, welche viele mit Fertigfutter gefütterten Hunde absetzen, die Darmwand zu einer regeren Peristaltik anregen ist nicht haltbar, da auch kleinere Kotmengen für eine völlig ausreichende Bewegung der Darmwand sorgen – nur eben nicht 4 mal, sondern 1 mal am Tag. Wenn man mal wieder uns Menschen im Vergleich betrachten möchte, so wird auch kein Arzt besorgt um unsere Darmtätigkeit sein, wenn wir angeben nicht 3 oder 4 mal am Tag zu müssen.

Reduktion von Zahnstein beim Hund 

Rohe Knochen wirken durch ihre Biegsamkeit und das lange Kauen, wie eine Art Hundezahnbürste, weshalb knochengefütterte Hunde oft weniger Zahnstein haben als Hunde, die mit Fertigfutter gefüttert werden. Die Verfütterung von größeren Fleischbrocken, welche gezerrt und gekaut werden müssen, anstatt gewolftem Fleisch,.

Keine höheren Kosten

„Ich würde ja gerne BARFen, aber das ist mir einfach zu teuer!“ hört häufig. Natürlich ist die gesunde Fütterung mit rohen Bestandteilen erst einmal teurer als Hundenahrung aus dem Discounter. Doch wer seinen Hund mit einem hochwertigen Fertigfutter füttert, kommt preislich auf das gleiche Niveau oder liegt sogar etwas höher als beim BARFen. Wenn man dann noch davon ausgeht, dass eine gesunde Ernährung das Tier gesund hält, spart man zusätzlich noch Tierarztkosten ein.

Optimale Anpassung an die Bedürfnisse des Hundes 

Da die Nahrung des Hundes jeden Tag aufs Neue zusammengestellt wird, kann auf Veränderungen des Stoffwechsels bezogen auf das Alter, die Leistung (beispielsweise bei Sporthunden) oder eine eventuelle Kastration individueller eingegangen werden als mit einem Fertigfutter. So kann Über- und Untergewicht, sowie die damit verbundenen Gesundheitsrisiken reduziert werden.

 

Es gibt natürlich auch einige Kritiker, vor allem aus dem Lager der Futtermittelindustrie, die dem BARFen mit einer Vielzahl an Vorurteilen gegenüber stehen. Diese Vorurteile haben wir in einem weiteren Blog-Beitrag für euch betrachtet und aufgezeigt, warum sie nicht wirklich überzeugen können: Vorurteile gegenüber BARF

Abschließend betrachtet kann man also festhalten, dass die Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung eine Ernährung beschreibt, die sich eng an den biologischen Voraussetzungen des Wolfes als Vorfahre des Hundes orientiert und somit zur artgerechten Hundehaltung beiträgt. Zudem fördert das BARFen die Gesundheit, Freude am Fressen und reduziert auf einfache Weise viele Probleme des Alltags unseren Vierbeinern.

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About Author

Mein ganzes Leben schon begleiten mich Hunde und ich kann mir nicht vorstellen, dass es mal anders sein könnte. Mein treuer Begleiter heißt Bo, ist ein Bretonischer Vorstehhund und inzwischen 12 Jahre alt. Er kam als 3-jähriger Wildfang ins Tierheim und mischt seit seinem Einzug bei mir vor bald 8 Jahren mein Leben ordentlich auf.